Blick von Südosten auf den Falkenberg bei Judenburg

©Schinerl
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Hat das Gräberfeld einst so ausgesehen?

©G.Ranacher
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Die Ausgrabungen Tumulus III (Hügelgrab III)

(Information unter Verwendung des Berichtes von Herrn Mag. Dr. Georg Tiefengraber)

Im Frühjahr 2013 wurden im Bereich des in den Jahren 2011 bis 2013 geophysikalisch prospektierten, hallstattzeitlichen Gräberfeldes von Judenburg-Strettweg präventive Forschungsgrabungen in einem der größten georteten Hügelgräber, dem "Fürstengrab" Tumulus III, durchgeführt.

 

Die Finanzierung der archäologischen Grabungsarbeiten erfolgte wieder durch Arbeitskreis Falkenberg, die Grabungsarbeiten selbst durch das Institut für südostalpine Bronze- und Eisenzeitforschung ISBE unter der Leitung von Mag. Dr. Georg Tiefengraber.

 

Der untersuchte Grabhügel III mit einem Durchmesser von rund 33 Metern ist Teil eines ausgedehnten hallstattzeitlichen Hügelgräberfeldes, das nach Ausweis der geophysikalischen Bodenmagnetikuntersuchungen durch die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ZAMG in Wien wohl über 70 Hügelgräber unterschiedlicher Größe umfasste.

 

Obwohl das Grab bedauerlicher Weise bereits gezielt beraubt worden war (vermutlich Ende des 19. oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts), können aufgrund des wenn auch geringen Fundmaterials wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. So ergeben die Funde im Bereich der Grabkammer wichtige Hinweise auf die Größe und zeitliche Einordnung des Grabes.

 

Da sich keinerlei Anhaltspunkte für eine Steinkammer oder steinerne Umfassung der Grabkammer fanden, ist davon auszugehen, dass sie aus Holzbohlen errichten worden war. Die genaue Größe der Grabkammer kann nicht mehr ermittelt werden, sie dürfte maximal 5 x 7 Meter betragen haben. Im Grab selbst waren zumindest zwei Personen bestattet, wobei sich aufgrund einer eisernen Lanzenspitze nachweisen lässt, dass es sich einerseits um die Bestattung eines Mannes gehandelt haben muss, der über eine Waffenausstattung verfügte.

 

Das Bruchstück einer bronzenen Fibel und Teile von tönernen Webstuhlgewichten weisen andererseits auf eine mitbestattete Frau hin. Bei dem Fibelbruchstück handelt es sich um den knopfartigen Teil einer sog. Knotenfibel, die vorerst eine feinchronologische Einordnung des Stückes in der Zeit um 700 v. Chr. bzw. an den Beginn des 7. Jhdts. v. Chr. erlaubt. Allein durch dieses auf den ersten Blick unscheinbare Sück kann bereits belegt werden, dass Tumulus III das bislang älteste der drei untersuchten Strettweger "Fürstengräber" ist.

 

Eiserne Beschlagteile von Radreifen vermögen zu belegen, dass sich - wie schon im berühmten "Kultwagengrab" - auch in diesem Fürstengrab ein Wagen befand. Neben einer Reihe von kleinen Bronzeringen und bronzenen Zierscheiben, sind auch die Keramikfunde erwähnenswert, die den Rest eines einstmals prächtigen Tongefäßbeigabensatzes darstellen.

 

Hier begegnen beispielsweise sowohl Scherben mit Grafit- als auch mit roter Bemalung. Vereinzelt finden sich auch Stücke mit plastischer Verzierung, wie etwa Riefen bzw. Kanneluren.

 

Vorerst bleibt aber die Restaurierung abzuwarten, bevor weitere Aussagen getroffen werden können.

© G.Tiefengraber
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Grabkammer mit den zahlreichen ausgeleerten Störungsgruben

© G.Tiefengraber
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Profil des in den geologischen Untergrund

eintieften Umfassungsgrabens

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Bronzering

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                                                                                  Keramikteile

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Kobaltblaue Glasperle