Blick von Südosten auf den Falkenberg bei Judenburg

©Schinerl
©Schinerl

 

Hat das Gräberfeld einst so ausgesehen?

©G.Ranacher
©G.Ranacher

Presseinformation

"Die Bilder sind zur Veröffentlichung honorarfrei, Copyright bitte angeben. Ein Belegexemplar oder Hinweis wird erbeten."

Judenburg – International bedeutende

Hochburg der Hallstattzeit

 

Welch große Bedeutung nicht nur bei Archäologen, sondern auch bei kulturhistorisch interessierten Personen allgemein das obere Murtal mit dem geschichtsträchtigen Zentrum um den Falkenberg hat, konnte man bei der kürzlich vom Arbeitskreis Falkenberg veranstalteten Tagung durch zahlreiche Fachleute in deren hervorragenden Vorträgen bestätigt bekommen.

 

„Unsere Region im Banne der Archäologie - ein Blick hinter die Kulissen“. Unter diesem Motto lud der Arbeitskreis Falkenberg vor kurzem zu einer Tagung in den Saal der Wirtschaftskammer Judenburg ein. Den Veranstaltern war es gelungen, bedeutende Referenten für hoch interessante Vorträge zu gewinnen. Die Begrüßung der vielen Tagungsteilnehmer nahmen  Bürgermeister Hannes Dolleschall und Vereinsobmann Dr. Franz Bachmann vor.


HR. Univ.-Doz. Dr. Bernhard Hebert, Leiter der Archäologischen Abteilung des Bundesdenkmalamts, der auch  die Veranstaltung moderierte und die Diskussionen leitete, beschrieb im seinem Referat das Projekt Strettweg aus landesgeschichtlicher und denkmalpflegerischer Sicht. Er wies auch besonders auf die über die Grenzen des Landes hinausgehende Bedeutung dieses Forschungs- und Kulturprojekts hin.

 

Über die archäologisch-geophysikalischen Untersuchungen in Strettweg/Waltersdorf von 2011-2014 referierte anschließend Mag. Ralf Totschnig von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Wien. Dabei wurden rund 140 Hügelgräber erkannt. Somit stellt das Gebiet am Fuße des Falkenbergs das größte derartige Gräberfeld des südostalpinen Raums dar.


Mag. Daniel Modl vom Joaneum in Graz stellte die gemeinsam mit Herrn Robert Fürhacker gewonnenen Forschungsergebnisse zur Restaurierungs- und Rezeptions-geschichte des " Kultwagens von Strettweg" vor. Welch zahlreiche Restaurierungs- und Deutungsversuche dieser einzigartige, mit 50 Mio. Euro versicherte Kultwagen dabei durchlief, war äußerst spannend.

 

Mag. Susanne Tiefengraber vom Institut für südostalpine Bronze- und Eisenzeitforschung (ISBE) konnte mit ihrem ausgezeichneten Vortrag " Datenspeicher Erde - eine Suche nach den Spuren der Hallstattzeit " auch die 75 Schüler der HAK und des BRG Judenburg in ihren Bann ziehen.


Die Restauratorinnen Nina Heyer BA, Mag. Susanne Heimel und Mag. art. Kathrin Schmidt gaben Einblicke in die oft schwierige Arbeit bei der Restaurierung, Konservierung und Lagerung der Fundobjekte.


Methoden der Fundbergung und Erstkonservierung im Zuge der Ausgrabungen der vier Fürstengräber in Strettweg/Waltersdorf stellte Grabungsleiter Archäologe Mag. Dr. Georg Tiefengraber von der ISBE in seinem Referat vor. In diesem Zusammenhang wurde auch das Zusammenspiel zwischen Archäologen und Restauratoren mit ihren manchmal unterschiedlichen Sichtweisen diskutiert.


Neugierig war man schon auf den Helm aus dem Fürstengrab II. Ulrike Lehnert vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz war mit dessen Restaurierung be- schäftigt und hat ihre schwierige Arbeit eindrucksvoll geschildert.


Zum Ende der Tagung besuchten zahlreiche Teilnehmer noch die Restaurierwerkstätte des Arbeitskreises Falkenberg und konnten u.a. den Helm aus dem Grab II sowie die in Mainz angefertigte Replik davon bewundern.

Copyright: U. Söllradl

Copyright: U. Söllradl


Bürgermeister Hannes Dolleschall begrüßte die Teilnehmer sehr herzlich und betonte die Wichtigkeit des Forschungsprojekts für die Stadtgemeinde Judenburg.

Copyright: U. Söllradl


Der Obmann des Arbeitskreises Falkenberg Dr. Franz Bachmann informierte die Zuhörer kurz über die Entstehung und die bisherige Arbeit des Arbeitskreises.

Er betonte u.a. auch, dass alle Arbeiten ehrenamtlich erfolgen.

Copyright: F. Reiter


Unter den Zuhöreren des vollbesetzten Saals in der Wirtschaftskammer Judenburg waren auch 75 Schüler des Gymnasiums und der Handelsakademie zu sehen.